Übung macht den Meister oder „Fake it till you make it“

In meinem letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, dass Optimismus erlernbar ist und dass wir selbst die positiven, aufbauenden, kraftvollen Gedanken aussuchen können.

Was, wenn Ihnen gerade keine positiven Gedanken einfallen, die Situation sehr kritisch ist und kein Ausweg erscheint? Und was tue ich, wenn mir die Sachen nicht und wieder nicht gelingen wollen und ich selbst auf einmal die Dinge pessimistisch sehe?

Zum einen, kenne ich ein Geheimnis der menschlichen Natur:

„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst“.

Also passe ich sehr genau auf, wer einen starken Einfluss auf mich hat und verbringe viel Zeit mit aktiven Menschen, die ihr Leben eigenverantwortlich und aktiv gestalten. Bei meinen Freunden, Geschäftspartnern und meinem Mentor hole ich mir Inspiration, Kraft und positive Impulse, wenn ich mich einmal nicht als eine Paradeoptimistin fühle.

Zum Anderen, möchte ich meine schwierige Zeit auch selbst bewältigen können. Also übe ich mich in Zweckoptimismus – ich sage mir selbst, dass die Situation bestimmt zum Besten für mich ausgehen wird,  auch wenn ich nicht immer im Voraus weiß, wie genau es aussehen wird. Ich vertraue einfach darauf, dass egal was geschieht, dabei das Beste für mein Leben herauskommt.

Fake it till you make it

oder auf Deutsch „so tun als ob – bis du es kannst“. Die Kinder können das besonders gut. Nach einem kurzen Schikurs sagen sie, dass sie schon ausgezeichnet Schifahren können und keine Übung mehr benötigen. Sie machen bei einer komplizierten erwachsenen Aufgabe mit der Einstellung: „Lass mich, ich kann es eh alleine machen“, unabhängig von ihrem Können. Und wir Erwachsene haben bestimmt schon das eine oder andere Mal dem Chef etwas zugesagt, was wir erst erlernen oder zumindest noch ausprobieren müssen.

Haben wir dabei gelogen? Geschwindelt? Nein. Wir haben lediglich den Mut und die Zuversicht gehabt, etwas so lange auszuprobieren, bis es uns gelingt, ohne jeglicher Garantie, ob es uns überhaupt gelingt.

Genau dieses Prinzip können Sie auch bei Ihren optimistischen Gedanken ausprobieren – täuschen Sie sich eine gute Laune vor, bis Sie tatsächlich besser drauf sind und positiver sehen können.

Sich selbst belügen?

Glücksgefühle vortäuschen?  Immer glücklich sein müssen?
Was für ein Blödsinn! – werden Sie zu Recht sagen.

Zuerst mal lassen Sie mich Eines klären: Sie müssen gar nichts! Niemand von uns kann und muss dauerhaft glücklich sein. Beim Glückszustand werden so viele positive Hormone, wie etwa Serotonin, Dopamin, Oxytocin, ausgeschüttet, dass wenn wir dauerhaft glücklich wären (zumindest rein chemisch), könnten wir an diesen übermäßigen Hormonen-Cocktail ernsthaft erkrankt werden. Mehr dazu kann ich bei einem persönlichen Optimismus-Training erzählen, und ein arabisches Sprichwort beschreibt sehr treffend den Kern der Sache:

„immer Sonne macht eine Wüste“.

Worum es mir hier geht, ist die Eigenverantwortung. Die Möglichkeit, selbst zu entscheiden: Mich jetzt Zeitlang bemitleiden und die Situation so belassen wie es ist? Oder entschließe ich mich, etwas dagegen zu tun, mich selbst aus meinem gedanklichen Sumpf zu befreien.  Sie müssen es nicht, aber Sie können es, wenn Sie wollen: sich selbst helfen, positiv einzustimmen, gute Laune zu verspüren und diese auch in Ihre Umgebung zu verbreiten.

Meine Mutter sagte mir immer: „wenn wir nicht selbst im Leben die Feste feiern, haben wir nur noch den Alltag“, also lassen wir uns mit den schönsten Gedanken das Leben versüßen, zum Beispiel so.

Anleitung zum Üben optimistischer Gedanken:

  1. Stellen Sie sich die schönsten Tätigkeiten, Gedanken und Umgebungen vor, die Ihnen Freude bereiten. Wenn Ihnen im Moment gar nichts einfällt, überlegen Sie, wann Sie sich zuletzt so richtig fröhlich und glücklich gefüllt haben. Vielleicht denken Sie dabei an einen Spaziergang mit der besten Freundin, ein heißes Vollbad im Winter, einer Kugel Ihrer Lieblingseissorte im Sommer oder an ein liebevolles Lächeln eines Kindes, das Sie zuletzt in der U-Bahn gesehen haben? Egal was es ist, Hauptsache es erfüllt Ihr Herz mit Freude, Wärme und Zuversicht, dass Sie solche Momente bald wieder erleben werden.
  1. Wenn Sie Zeit haben, schreiben Sie sich eine Liste mit all diesen freudigen Gedanken und Tätigkeiten, die Ihnen eingefallen sind, auf. Diese „Freudeliste“ wird Ihr Anker in schwierigen Zeiten, auf den Sie immer zurückgreifen können, um sich selbst Lebensfreude zu schenken. Sollten Sie keine Zeit zum Erfassen dieser Liste haben, gehen Sie gleich zum nächsten Punkt.
  1. Suchen Sie sich etwas aus dieser Liste heraus, was Sie sofort oder sehr kurzfristig umsetzen können und tun Sie es! Selbst die kleinsten Freuden werden Ihnen bessere Laune verleihen, einen kurzen Genussmoment schenken und vor Allem Kraft geben, wieder aufzustehen und weiter einen Schritt nach dem anderen zu setzen. Selbst wenn Sie gerade unter enormen Stress stehen und keine Zeit für sich haben, lenken Sie Ihre Gedanken auf etwas anderes, etwas Freudiges, gönnen Sie sich eine kurze positive Abwechslung zum schwierigen Alltag.

Wir wissen Alle: Alle Anfang ist schwer. Egal, womit wir anfangen, es dauert eine Zeit lang, bis wir es können. Eine neue Aufgabe, eine neue Sportart, ein neues Gedankenmuster – all das müssen wir regelmäßig und oft üben, bis wir uns daran gewöhnt haben und ganz natürlich und mühelos anwenden können. Die positiven, optimistischen Gedanken werden Sie beflügeln und die Kraft verleihen, Ihr Leben mit Freude und Leichtigkeit zu meistern. Lassen Sie uns gemeinsam in der Optimismus Werkstatt Ihre neuen Gedankenmuster üben, es lohnt sich, versprochen!

Lassen Sie die Sonne in Ihr Leben rein!

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